Liebe.auf.den. ersten.Blick. Unsere.Location

Solingen ist bestimmt nicht die schönste Stadt der Welt (so ehrlich muss man sein). Trotzdem findet man immer wieder zwischen dem grauen 60er-Jahre-Häuser-Wirwarr ein paar Schätzchen, bei denen es sich lohnt genauer hinzuschauen. So ungefähr ist uns auch die alte Industrieimmobilie auf der Hossenhauser Straße über den Weg gelaufen. Eigentlich hatte die Immobiliensuche einen ganz anderen Grund. Aber wie es eben mit dem Schicksal manchmal so ist, gefällt auf einmal der alte Backstein, die Sprossenfenster, der große Garten und die unendlich hohen Decken so gut, dass es im Kopf Klick macht.

Schnell entstehen Visionen einer großen Terrasse mit Blick ins Grüne, auf der die Gäste eine Tasse Kaffee genießen können. Einer minimalistisch gestalteten Rösterei mit angeschlossenem Café, das durch die alten Backsteinwände Charakter versprüht. Und einem Garten voller lieber Menschen, die gerne vorbeischauen, um sich mit frisch geröstetem Kaffee verwöhnen zu lassen. In der Theorie ganz einfach, in der Praxis eine riesen Herausforderung. Zwar weist die Bausubstanz der Industrieimmobilie kaum Mängel auf, allerdings scheint die Zeit seit mehr als 30 Jahren stehen geblieben zu sein. Das Haus benötigt eine Grundinstandsetzung. Die Fenster müssen ausgetauscht, die Fassade saniert und im Innenbereich der Grundriss angepasst werden. Die gesamte Haustechnik inklusive Heizung, Sanitär und Elektrik muss erneuert werden und auch die Wände und Böden bedürfen einer kompletten Renovierung.

Das erste halbe Jahr haben uns seitenweise Architektenpläne und Bauanträge begleitet, sowie stundenlanges Abreißen, Entrümpeln, Entkernen und penibles Säubern der Backsteine. Dabei haben wir nicht nur hübsche Tapeten und Streich-Methoden kennengelernt, sondern auch ein Sammelsurium von geblümten Fliesen und kackbraunem PVC-Boden – wenn man gerade denkt, es geht voran, eröffnet sich wieder eine neue Baustelle. An der einen Stelle werden Wände eingerissen, an der anderen Stelle werden Löcher zugemauert. Hat man eine Staubschicht entfernt, tritt die nächste zutage. Aber nicht nur auf der Baustelle, sondern auch neben der Baustelle ist Einiges los. Das Hin-und-Her-Überlegen lässt einen nicht mehr los. Wie soll der neue Grundriss aussehen? Was muss sich verändern und was soll sich verändern? Wo soll im Café die Theke sein und in der Rösterei der Röster angeschlossen werden? Es ist erstaunlich wie viele unterschiedliche Optionen man bei der Umgestaltung eines so alten Hauses hat und gleichzeitig an welche Bedingungen moderner Haustechnik und Sanierungsvorgaben man sich halten muss. Die Vision einer Rösterei mit angeschlossenem Café und den kaffeetrinkenden Gästen, die gemütlich in der Sonne sitzen, ist zwischenzeitlich in weite Ferne gerückt. Es fiel einem zwischenzeitlich schwer die Vorstellungskraft aufrecht zu erhalten und das Ziel im Auge zu behalten. Doch als endlich die ersten neuen Fenster eingesetzt wurden, kam der Stein ins Rollen. Endlich schließen sich die ersten kleinen Baustellen anstatt neue zu öffnen.

Inzwischen ist vorne die alte Fassade instand gesetzt, während nach hinten raus eine komplette Neuplanung entsteht. Im Obergeschoss mussten viele Wände weichen. Alles wirkt jetzt offen und hell und man kann schon den tollen Ausblick über die Felder erahnen. Auch das alte Treppenhaus, welches vorher aus allen möglichen unterschiedlichen Materialien und Teilen bestand musste weichen. Heute wurde an der Rückfassade das Gerüst aufgestellt, der Rohbauer ist eingezogen und es wird weiter fleißig Fenster für Fenster ausgetauscht. Wir brauchen bestimmt noch ein bisschen Geduld und Muße und einige viele Arbeitsstunden, aber es ist ein tolles Gefühl, dass es endlich richtig voran geht und Schritt für Schritt der Traum der eigenen Kaffeerösterei mit angeschlossenem Café in Erfüllung geht.

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